Freitag, 30. mai 2008
Ein kleiner Leitfaden für Menschen auf der Suche


Für Menschen, die für sich entdeckt haben, dass ihr bisheriges Welt-oder Glaubensbild nicht mehr das ist, was sie erfüllt und ihre, ich nenne es mal "seelischen Bedürfnisse" erfüllt, ist es oftmals gar nicht so einfach, sich in der bunten Welt der Religionswege zurecht zu finden und vielleicht einen Weg zu finden, der für ihre Bedürfnisse am Geeignetsten sein könnte.

Manche werden von Zweifeln geplagt, andere sind einfach unschlüssig, was zu ihnen passen könnte und wiederum andere sind sich nicht wirklich im Klaren darüber, was sie eigentlich suchen.

Ich möcht hier gern versuchen, einen kleinen "Leitfaden" an die Hand zu geben. Vielleicht nützt er ja dem/der einen oder anderen/m.

Wichtig ist dabei jedoch zu beachten, dass eine Reise zum ganz eigenen, persönlichen Weg, zu den eigenen Glaubensvorstellungen und Weltanschauungen eine Reise ist, die Jahre, ja sogar Jahrzehnte in Anspruch nehmen kann.
Es gibt kein „Instant-Rezept“-Das macht die ganze Sache einerseits recht kompliziert, andererseits wiederum auch so spannend und interessant.

Also, sei gespannt darauf, was Dich erwartet!
:party1:



Der Anfang

Das Schwierigste ist wohl, wie so oft, der Anfang.
Du spürst vielleicht, das Dir irgendetwas in Deiner bisherigen Welt-und/oder Glaubensanschauung fehlt; das Du vielleicht mit bestimmten Aussagen Deines bisherigen Glaubens nicht mehr zurecht kommst und es ist Dir zunehmend zu wider, "gute Miene zum bösen Spiel" zu machen, weil es andere von Dir erwarten.

Also "Was tun?", sprach Zeus.

Eine der wichtigsten Fragen zu Beginn kann vielleicht erst einmal die sein, ob Du tatsächlich Deinen bisherigen Weg (mehr oder weniger radikal) ändern willst oder ob Du vielleicht einfach "nur" einen anderen Zweig (oder "Nebenstrecke", wenn wir beim Wegbeispiel bleiben
:) ) brauchst, um spirituell Deine Erfüllung zu finden.

Die wichtigsten Fragen die vielleicht bei der Klärung helfen können, sind Fragen wie zum Beispiel:
Was fehlt Dir auf Deinem bisherigen Weg?
Was macht Dich unzufrieden?
Was stört Dich oder womit hast Du Probleme?
Liegt es an den Glaubensaussagen oder an den Menschen?
Hast Du die Möglichkeit, etwas zu verändern, wenn Du Dich vielleicht "nur" an den Menschen störst?
Eine andere Gruppe zum Beispiel suchen, in der Du Dich mit den Leuten besser verstehst?

Wenn es um Glaubensaussagen geht:
Gibt es jemanden, mit dem Du vielleicht über Fragen oder „Probleme“ mit den Aussagen sprechen und die Dinge klären kannst?
Was sagen andere dazu?
Welche Ideen und Vorstellungen dazu gibt es vielleicht in einer religiös/spirituell/ weltanschaulich ähnlich orientierten Gruppe?



Die nächsten Schritte

Du hast Dich so gut es geht bereits in jeglicher Richtung orientiert und immer noch keine befriedigenden Möglichkeit gefunden, die für Dich in Frage kommen könnte?
Nun, vielleicht ist es jetzt an der Zeit, dass Du ein wenig intensiver über den bisherigen Tellerrand hinweg schaust.
Doch wo anfangen?

Ich persönlich denke, dass hängt natürlich in aller erster Linie von Deinen Vorstellungen und Bedürfnissen ab.
Wenn Du Dich mit den obigen Fragen recht intensiv auseinander gesetzt hast, dann wirst Du vermutlich mittlerweile eine kleine Vorstellung davon haben, was DEINE ganz eigene Glaubens- und Weltanschauung ist.
Vielleicht erst wage-Aber jede Reise beginnt schließlich mit einem Schritt.

Für manche mag es für den Anfang am eifachsten zu sein, sich an Anschauungen zu orientieren, die ihrer „Ursprungsanschauung“ vielleicht am Nähesten stehen oder ihr vielleicht gar total konträr gegenübersteht.
Andere wiederum haben vielleicht schon immer eine bestimmte Anziehungskraft zu einer bestimmten Mythologie, zu einer Weltanschauung, zu einem Volksgruppe,  Philosophie oder ähnliches gehabt und setzen bei ihrer weiteren Reise dort an.

Die Möglichkeiten sind vielfältig.

Manchmal sind die Wege auch vermeintlich „zufällig“.
Bei mir zum Beispiel kamen unterschiedliche Faktoren zusammen.
Wir hatten in der Schule das Alte Ägypten durchgenommen, wo mich eine unbeschreibliche Faszination zur ägyptischen Mythologie erfasste.
Nebenbei hatte mich meine beste Freundin auf „Gruselromane“ angefixt, wo viel über Magie usw. usf. geschrieben wurde, was mich ebenfalls wahnsinnig faszinierte.
Das waren für mich beides „Startlöcher“ (unter anderem-aber das zu erzählen würde an dieser Stelle viel zu weit führen
:mrgreen: ) die mich schlussendlich auf meinen heutigen Weg gebracht haben.

Lass Dich da von Deiner Intuition führen.
Was spricht Dich an?
Was übt auf Dich eine besondere Faszination aus?

Wenn Du etwas gefunden hast, setze Dich damit intensiv auseinander.
Informiere Dich.
Heute stehen Dir sehr viele Möglichkeiten offen.
Schau im Internet nach (Wikipedia, Google, Foren zum entsprechenden Thema usw.), besuche die gute alte Bibliothek oder, wenn Du die Möglichkeit hast, suche das (persönliche) Gespräch mit Menschen, die diesen Weg bereits gehen.

Stelle so viele Fragen wie möglich.-Doch bleib nicht nur bei der „trockenen“ Theorie, sondern beschäftige Dich auch ernsthaft praktisch mit Deinem Weg für den Du Dich interessierst.
Religion/Spiritualität lebt nicht von der Theorie, sondern davon, dass die Menschen den Weg aktiv und lebendig tatsächlich gehen.
Die Erfahrungen, die Du auf Deinem Weg machst, sind das entscheidende.
Denn was bringt es, wenn Du nach außen hin so tust, überzeugt von einem Weg zu sein, aber es in Wirklichkeit gar  nicht bist?
Das ist ein Schauspiel-und Selbstbetrug.
Sonst nichts weiter.

Bleib also, wie gesagt, nicht bei der Theorie hängen, sondern Praktiziere tatsächlich das, was Du erfährst.

Was machst Du dabei für Erfahrungen?
Wie fühlst Du Dich dabei?
Ist es das, was Du suchst?
Was ist vielleicht zu vorher anders?
Was bereitet Dir vielleicht Probleme?
Womit kommst Du nicht zurecht und wird das von den anderen „positiven“ Dingen verdrängt?

Solche und ähnliche Fragen können Dir vielleicht bei der Auseinandersetzung mit dem Weg, den Du Dir ansiehst, vielleicht eine Hilfe sein.


Und was ist, wenn Du merkst, es ist auch nicht Dein Weg?
Dann gehe zum nächsten, der Dich anspricht.

So wird Deine Reise immer weiter und weiter gehen, bis Du dort ankommst, wo DEIN ganz persönlicher und individueller Weg ist.
Und auch, wenn Du vielleicht irgendwann merkst, dass all diese „Schubladen“ der unterschiedlichen Wege nichts für Dich bietet, wo Du Dich 100%ig wohl oder aufgehoben fühlst-mach Dir nichts draus!
;)
Du wirst, da bin ich mir sehr sicher, in der Zeit Deiner Reise sehr viel gelernt, erlebt, erkannt und erfahren haben dürfen-vielleicht brauchst Du dann gar keine „Schublade“ mehr, weil Du merkst, dass dort, wo Du jetzt in dem Augenblick bist, DEIN eigener Weg, jenseits der Schubladen, erst richtig beginnt. ;)

LG
Siat


veröffentlicht in: Allgemeines - Community: Treffpunkt Pagan - von Siat
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Profil

  • : Siat
  • religio
  • : verheiratet / in Partnerschaft lebend / in eheähnlicher Gemeinschaft lebend
  • : Ich bin glücklich verheiratet und lebe in Franken. Bin Admine eines großen Forums, neugierig und aufgeschlossen. Vielseitig interessiert und wissbegierig. Worauf ich ganz allergisch reagiere sind Fundamentalismus und Fanatismus jedweglicher Richtung. Meine große Leidenschaft gilt alten Religionen und Kulten, besonders der alten Ägypter. Ich bin bekennende Schokoholikerin und Mandarinen-Süchtige =^^= Liebe Horror- und Zeichentrickfilme (die "echten" ;-)) sowie SF und […]
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